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„DIE MACHEN MEHR PROBLEME“ – ALEXANDER ZVEREV GLAUBT NICHT AN DIE ZUSAMMENARBEIT MIT SPORTPSYCHOLOGEN!

Deutschlands Nummer 1 im Tennis, Alexander Zverev, hat eine klare Meinung, wenn es darum geht, die eigene Leistungsfähigkeit mit Hilfe eines Mentaltrainers zu verbessern. Die Arbeit mit Sportpsychologen oder Mentaltrainern bringt nichts, er glaubt nicht daran. Das ist sein gutes Recht und nur er alleine trägt die Verantwortung für seine Leistung. Solange er also nicht von Mentaltraining überzeugt ist, wird es ihm auch nicht helfen seine Probleme zu lösen. Diese Probleme hatte Zverev gleich mitgeliefert: er klagt über seine „unfassbare Nervosität vor Matches und den Druck vor heimischen Publikum zu spielen“ und er beschwert sich, dass „Medvedev Schuld am Verlust seiner Konzentration sei“. Die Begründungen sind Anzeichen von fehlender mentaler Stärke, die durch Techniken des Mentaltrainings verbessert werden kann.

Woran könnte die Ablehnung Zverevs gegen Mentaltraining liegen? Hier eine mögliche Antwort: Die fehlende „Problemeinsicht“ und die Abwertung eines „Mentaltrainers“ sind Symptome eines ganz bestimmten Persönlichkeitstypen: Diese Persönlichkeitstypen sind nie Schuld! Immer sind es die anderen. Sascha Zverev offenbart in seiner Aussage über Mentaltrainer/Sportpsychologen viel über sich und so gut wie nichts über Mentales Training.

Zverev scheint die konsequente, nachhaltige mentale Praxis zu fehlen, um seine Wirksamkeit überhaupt einschätzen zu können. Hier ein Vergleich: Beginnt ein sehr zerstreuter, ängstlicher Mensch zu meditieren, führt die anfängliche Meditation zu einer deutlichen „Verschlimmbesserung“. All die Unruhe des Praktizierenden, die im Alltag oft durch ständige Aktivitäten oder Berieselungen verdrängt wird, wird ihm während der Meditation unweigerlich offenbart. Erst eine andauernde Achtsamkeits- u. Meditationspraxis beruhigt und fokussiert den Geist allmählich. Sobald der Geist gelernt hat, sich bis zu einem gewissen Grad zu beruhigen, können sportpsychologische Praktiken und Techniken viel schneller wirken, wie etwa einprogrammierte Routinen und Rituale während des Matches, die den Geist wieder auf das Wesentliche, das Hier und Jetzt ausrichten.

Es hat den Anschein, als sei Zverev offenbar nie in den Genuss dieser Erfahrung gekommen. Möglicherweise ist er jedes Mal bei diesen „Verschlimmbesserungen“ hängen geblieben, und weil es nicht funktionierte gab er gemäß seines Persönlichkeitstyps der Mentaltechnik oder dem Mentaltrainer die Schuld – so wie er seine Macht abgibt, in dem er Medvedev die Schuld für den Verlust seiner Konzentration in die Schuhe schieb; oder wie er das heimische Publikum für den bei ihm entstehenden Druck verantwortlich macht. Wie eingangs vermutet: es sind immer die anderen! Wenn die Ursache nur im Äußeren gesucht wird, dann ist es ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass der mentale Bereich stark ausbaufähig ist.

Fazit: So wie man eine Vorhand-Bewegung durch ständiges Wiederholen automatisieren kann, kann auch der Fokus des Geistes nach unzähligem Üben auf Knopfdruck zurück auf das Wesentliche geführt werden und sich unbeeindruckbar machen – etwa gegen die Marotten eines Medvedevs oder die Anwesenheit eines heimischen Publikums. Der in sich ruhende Geist schaut nämlich dem Medvedev gleichmütig und unbeeindruckt zu, während der schwache Geist sich von dessen „Spielchen“ leicht ablenken lässt. Wenn es bei Zverev nicht funktioniert, dann liegt das an ihm oder seinen Beratern, nicht aber an den Mentaltechniken im Allgemeinen.